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Amnesty-Mobil machte Station in Cham - Erfolgreiche Zusammenarbeit mit FOS BOS Cham

08.05.2017

Amnesty-Mobil machte Station in Cham - Erfolgreiche Zusammenarbeit mit FOS BOS Cham

Auch so geht politische Bildung: Eine Kooperation zwischen der Beruflichen Oberschule Cham und Landkreisgruppe von amnesty international verdeutlichte den Schülern am Chamer Schulberg die aktuelle Menschenrechtsproblematik. Eingeladen waren auch die Nachbarschulen.

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Dieser Satz aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte gilt weltweit, dennoch müssen wir erkennen, dass die Umsetzung mehr als gefährdet ist. Die in über 150 Ländern agierende Menschenrechtsorganisation amnesty international will Missstände aufdecken und informieren. Bei der Aktion in Cham ging es darum, die Schüler über die Arbeit von ai zu informieren, aber sie auch zu motivieren, aktiv zu werden.

Im Rahmen einer Kampagne über Unterdrückung der Pressefreiheit in der Türkei hatten die Schüler die Möglichkeit, an einer Postkartenaktion teilzunehmen. Erst kürzlich, am 03. Mai 2017, dem internationalen Tag der Menschenrechte, hatten alle Zeitungen weltweit festgestellt, dass Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist. Nicht erst seit der Verhaftung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel ist die Menschenrechtssituation in der Türkei in aller Munde. Nirgendwo sind so viele Journalisten im Gefängnis wie in der Türkei. Derzeit sind es mindestens 120, viele Quellen sprechen sogar von mehr als 150. Und die Verhaftungen gehen munter weiter: Am 13. Mai 2017 berichten alle Tageszeitung, dass die deutsch-türkische Journalistin Mesale Tolu aus Ulm in Istanbul festgenommen wurde.

Zur Unterstützung aller inhaftierten Journalisten fordert amnesty international: Niemand darf allein aufgrund seiner journalistischen Arbeit vor Gericht gestellt werden. Wenn ein Strafverfahren eingeleitet wird, müssen überzeugende Belege auch für international anerkannte Straftaten vorgelegt werden. Die türkischen Behörden dürfen den Ausnahmezustand nicht als Vorwand nutzen, um friedliche Regierungskritiker mundtot zu machen.

Der zweite Informationsschwerpunkt war die Kampagne „Rassismus im Alltag“. Rassistische Straftaten haben in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Zwischen 2013 und 2015 ist die Zahl der politisch rechts motivierten Gewalttaten um rund 90 Prozent gestiegen. Den Schülern wurde anhand von Einzelbeispielen verdeutlicht, dass Rassismus ein Problem des Alltags sei und nicht nur in Fußballstadien stattfindet. Leider gibt es in Deutschland eine deutliche Tendenz der Verharmlosung und Leugnung rassistischer Realität, die das Sprechen über Rassismus in Deutschland sehr schwer macht. Für die Jugendlichen ist es schwer, mit dieser Thematik umzugehen. Amnesty international gibt folgende Ratschläge: Informier dich, z.B. bei Kommentaren in deinen sozialen Medien. Hör zu, wenn schwarze Menschen über Rassismus-Erfahrungen berichten, mische dich ein, wenn du rassistische Ausgrenzung beobachtest.

Gerhard Höcht